Auslobung des „Hermann-Spier-Preises“

Im Jahr 2013 vergab der Förderverein erstmals den  „Hermann-Spier-Preis“. Angeregt durch die engagierte und interessierte Mitarbeit vieler Schülergruppen im Blick auf die Erforschung jüdischer Schicksale in Magdeburg während der Zeit der Nazidikatur, hatte der Vorstand zuvor beschlossen, mit diesem Preis  Projektarbeiten  von  Schülerinnen  und  Schülern  aus Magdeburg anzuerkennen, die sich mit den verschiedensten Aspekten jüdischen  Lebens  in  Vergangenheit  und  Gegenwart  in  unserer  Stadt beschäftigen.

In der ersten Auslobung des Preises hieß es: „Inhalt der Arbeiten (Projekte) kann die Beschäftigung mit jüdischem  Leben  und  jüdischen  Traditionen  in  der  Zeit  vor  und  während der nationalsozialistischen Diktatur ebenso sein wie das jüdische Leben nach 1945 in Magdeburg. Beiträge, die sich mit der aktuellen Lebenssituation und den Perspektiven von Mitbürgern jüdischen Glaubens in der Landeshauptstadt beschäftigen, sind ebenfalls möglich.“
Erste Preisträger waren Schülerinnen und Schüler des Magdeburger Hegel- Gymnasiums, die sich mit dem Projekt: „Jüdische Schüler und Lehrer  und ihr Schicksal während der Nazizeit in den Vorgängerschulen (Bismarck- und Viktoria-Schule)“ befasst hatten. Bei den Tagen der jüdischen Kultur und Geschichte im Oktober 2013 stellten sie das Projekt auf eindrückliche Weise vor.  Die nächste Preisverleihung soll im Oktober 2015 erfolgen.  


Wer war Hermann Spier?
spierDer Name des Preises,  „Hermann-Spier-Preis“ wurde gewählt  zum Gedenken an den letzten Kantor und Lehrer jüdischer Kinder in Magdeburg während der Zeit des Nationalsozialismus, von dem die wenigen überlebenden Kinder bis heute voller Ehrfurcht und Liebe reden. Nachfahren seiner Familie haben der Namensgebung des Preises zugestimmt.
Hermann Spier, am 22.4.1885 in Schrecksbach/ Hessen geboren, wurde auf dem Jüdischen Lehrerseminar in Hessen ausgebildet und arbeitete als  Religionslehrer  und  Kantor  zunächst  in  Braunsberg/Ostpreußen, später in Prenzlau und ab April 1939 in der Synagogengemeinde zu Magdeburg. Hier war er nicht nur Kantor und Religionslehrer, sondern musste  für  die  noch  verbliebenen  etwa  40  jüdischen  Schulkinder  den gesamten Schulunterricht neu aufbauen. Er stärkte bei den Kindern ihre jüdische Identität, gab ihnen Vertrauen in ihr Können und schenkte ihnen inmitten der bedrückenden Situation ein positives Lebensgefühl. Doch er war auch für die ganze jüdische Gemeinschaft wichtig. Er wart der religiöse Leiter und Kantor der Gemeinde. Hermann Spier wurde, wie die meisten seiner Schülerinnen und Schüler und deren Familien, mit seiner Ehefrau am 13. April 1942 von Magdeburg in das Ghetto Warschau deportiert und wenige Monate später in Treblinka ermordet.



2015 SpierpreisVerleihung des  Hermann-Spier-Preises 2015  
Der Hermann-Spier-Preis 2015 wurde in diesem Jahr an Schülergruppen aus zwei Schulen in Magdeburg vergeben, aus der BBS Eike-von-Repgow und aus dem Schollgymnasium. Beide Gruppen hatten hervorragende Arbeiten abgegeben, so dass die Jury entschied, zwei Preisträger zu benennen.
mehr...

 

 

 

 

 

 

 

 

.

  • ...,weil jüdisches Leben einfach auch zu Magdeburg gehört.
    Tobias Krull, Kreisvorsitzender der CDU Magdeburg
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7